Chronologische Abfolge der vulkanischen Aktivitäten auf der Insel Ischia

Die Insel Ischia ist ein sogenannter vulkanotektonischer Horst. Das bedeutet, die Insel ist vulkanischen Ursprungs, erlebt tektonische Bewegungen und wurde außerdem in einzelnen Schollen gehoben. Die Insel besteht nur aus vulkanischen Gesteinen und ist sehr reich an verschiedenen Vulkanbauten, 40 an der Zahl. Die Magmakammer, die den Vulkanismus auf Ischia verursacht, befindet sich in einer Tiefe von etwa 2,5 bis 4 km Tiefe.

Auf der Insel Ischia findet man kleine, mittlere und großräumige Grabenstrukturen. Der große Ischia Graben erstreckt sich zwischen Casamiccola und Ischia-Ponte. Eine mittlere Grabenbildung findet man an der Westflanke des Epomeo.
Der größte Teil der Insel Ischia wird vom Bergmassiv des Epomeo eingenommen. Der Epomeo ist eine Horstbildung. Es handelt sich um den ehemaligen Deckel einer Magmakammer. Durch Eindringen von frischem Magma wurde der Deckel der Magmakammer nach oben geschoben und brach dabei auseinander.

Inschia. Horst und Grabenbildung

Vulkanische Aktivität auf Ischia

Der Beginn der vulkanischen Aktivität auf der Insel Ischia, beziehungsweise der Lokalität der heutigen Insel Ischia, wird auf das Jung-Pleistozän datiert, etwa 130.000 Tausend Jahre vor heute. Es gab gewaltige Vulkanausbrüche die den alkalitrachytischen bis trachytischen grünen Epomeo Tuff gebildet haben. Diese ignimbritische Bildung fand in der Zeit der Würm- bzw. Weichsel-Kaltzeit statt. Die Magmakammer entleerte sich vollständig und die Decke stürzte durch den fehlenden Halt ein und bildete eine Mulde. In der folgenden Warmzeit wurde der Bereich der heutigen Insel geflutet, lag nun unter dem Meeresspiegel und war somit mit Wasser überdeckt. Als dann zu einem späteren Zeitpunkt erneut Magma aufstieg erhob sich die Insel in einzelnen Schollen über den Meeresspiegel und bildete mit der Zeit die heutige Form. Es fand eine ungleichmäßige Hebung statt. Danach kam es immer wieder zu sporadischen Vulkanausbrüchen bis zum letzten Ausbruch im Jahre 1301.

Geologische Karte der Insel Ischia

 

Chronologische Abfolge

Der Vulkanismus begann nach der Hebung der Insel vor allem im Süden und Süd-Osten der Insel, an der Hauptbruchlinie die von Sant’Angelo bis nach Ischia Ponte verläuft. So entstand zunächst der extrusive Dom von Sant’Angelo und der große Secca d’Ischia Vulkan im Südosten, welcher heute vom Meer bedeckt ist. Dann entstanden die extrusiven Dome des Capo Grosso, der Guradiola und des Monte di Vezzi. Exogene Dome, durch relativ dünnflüssige Schemlze entstanden bei Torrione, Punta di San Pancrazio, Monte Vico und dem Castello d’Ischia Felsen. Außerdem entstanden Bimssteinmäntel in Form von Staurücken an der Costa Sparaina und dem Monte Trippodi, welche später durch Erosion freigelegt wurden. Es finden sich Ablagerungen vom Serrara Citara, eines der stärksten Vulkanausbrüche, die im westlichen Mittelmeerraum nachgewiesen sind, jedoch ist das Kraterzentrum nicht lokalisiert. Dieser Ausbruch fand vor 20.000 bis 30.000 Jahren statt. Nach einer Ruhepause auf der Insel hatten die Vulkane Scarrupo und Scarrupata heftige Lavawurf-Tätigkeiten. Im Neolithikum, also vor etwa 12.000 Jahren entstand der Campotese Vulkan, der mit dem heute am größten erhaltenen Vulkankrater. In der Vor- bis Frühbronzezeit kam es zu der Extrusion und Effusion des Zaro unmittelbar südlich des heutigen Monte Vico mit der größten Lavamenge Ischias. Die Lavamenge wird auf 100 Millionen Kubikmeter geschätzt. Etwa zur selben Zeit war der letzte Ausbruch des San Michele Vulkans. Auf der selben Bruchlinie entstand auch der Molara Vulkan, in der frühen Eisenzeit. Auch der Fondo Ferraro Vulkan wird in die Eisenzeit datiert. 700 Jahre v. Chr. Bildete sich der Rotaro Vulkan und brach das erste Mal aus. Im vierten Jahrhundert vor Christus entstand der Vulkan im Porto von Ischia. Von Plinius dem Älteren ist überliefert, dass nachdem eine Stadt von der Erde verschluckt worden sei, sich nachher ein See an deren Stelle gebildet habe. Den ersten Vulkanausbruch nach christlicher Zeit gab es vom Montagnone Maschiatta um 180 n. Chr.. Um Christi Geburt entstand auch der Vatoliere Vulkan an der größen Bruchlinie. Der Rotaro Vulkan hatte mindestens zwei Tätigkeitsphasen und seinen letzten Ausbruch etwa im Jahre 305, er war also insgesamt 1005 Jahre aktiv. Nach einer längeren Ruhepause gab es die jüngste vulkanische Aktivität in Fiaiano am 18.01.1301 mit einem breiten Lavastrom, der sich bis ins Meer zwischen Ischia Ponte und Porto ergoss, der Lavastrom von Arso.

Name Zeit Zur selben Zeit
Arso 18.01.1301 Etwa zwei Jahre vor der Gründung des Osmanischen Reichs
Rotaro III 305 n. Chr. Umfassendste Christenverfolgung durch römischen Kaiser Diokletian
Montagnone Maschiatta 180 n. Chr. Commodus wird römischer Kaiser
Rotaro 70 n. Chr. Zerstörung des Herodianischen Tempels in Jeruslaem durch Titus
Cava Nocelle Um Christi Geburt  
Vatoliere Um Christi Geburt Erstmalige Herstellung von Glas
Rotaro II 91 v. Chr. Bundesgenossenkrieg (Rom) gegen das römische Staatswesen
Porto d’Ischia 4. Jh. V. Chr. Herrschaft von Alexander dem Großen
Rotaro I 700 v. Chr. Gründung von Byzanz
Cafieri Späte Eisenzeit (8. Jh. V. Chr.) Besiedlung der Insel Ischia durch griechische Kolonisten
Molara Bronze – frühe Eisenzeit Ramses II, bekanntester ägyptischer Pharao
San Michele Spät-Neolithikum – frühe Bronze Trojanischer Krieg
Zaro Spät-Neolithikum – frühe Bronze Trojanischer Krieg
Campotese Neolithikum Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen